Rezepte

Die wohltuenden Eigenschaften der kleinen Teile von Obst und Gemüse

Nützliche Eigenschaften kleiner Frucht- und Gemüsestücke

Um den notwendigen Vorrat an Vitaminen und Spurenelementen zu decken, bedarf es nicht immer großer Anstrengungen. Manchmal reicht es schon aus, Obst oder Gemüse zusammen mit den Kernen zu essen, die wir normalerweise als Erstes entfernen. Das ist nicht immer gerechtfertigt, denn gerade die Schale und die Kerne enthalten oft mehr nützliche Stoffe als das Fruchtfleisch selbst. Viele dieser Samen werden seit langem in der Kosmetik und Medizin verwendet, bemerkt Tatjana BOGDANOVA, Ernährungsberaterin des Europäischen Zentrums für ästhetische Medizin und Gewichtsreduktion. Aus den Kernen werden Öle und Extrakte gewonnen, die als Bestandteile verschiedener Kosmetikprodukte dienen. So werden beispielsweise Traubenkerne häufig in Präparaten zur Stärkung von Herz und Gefäßen verwendet. Und aus Grapefruitsamen werden Extrakte mit ausgeprägter antiviraler und antimykotischer Wirkung gewonnen, bestätigt die Ernährungsmedizinerin Natalja GRIGORJEVA. Dennoch sollte man trotz der zahlreichen Vorteile nicht alle gefundenen Kerne wahllos verzehren – einige davon können schädlich oder kontraindiziert sein.

Granatapfel

Ein Granatapfel enthält eine riesige Menge an Kernen – ganze 600 Stück! Diese Frucht ist kalorienarm (52 kcal pro 100 Gramm) und reich an Vitaminen und Ballaststoffen, wobei der Großteil der Ballaststoffe gerade in den Kernen enthalten ist. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums senkt der regelmäßige Verzehr von Granatapfelkernen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebserkrankungen.

Zusammensetzung

Granatäpfel sind reich an Vitamin C und Vitamin K: Bereits 100 Gramm Kerne decken etwa 17 % des Tagesbedarfs an Ascorbinsäure und etwa 20 % des Bedarfs an Vitamin K. Darüber hinaus enthalten die Kerne wertvolle phytochemische Inhaltsstoffe – Polyphenole. Diese starken natürlichen Antioxidantien tragen laut einer im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichten Studie dazu bei, die Jugendlichkeit und Gesundheit der Zellen zu erhalten, und können zudem die Entstehung von Tumoren hemmen. Darüber hinaus enthalten Granatapfelkerne Ellagtannine – Substanzen, die eine ausgeprägte entzündungshemmende Wirkung haben und den Zustand der Blutgefäße verbessern.

Verzehrempfehlungen

Natalia Grigorieva weist darauf hin, dass Granatapfelkerne einerseits als natürliche Ballaststoffe wirken und die Entgiftung des Körpers fördern, andererseits aber bei übermäßigem Verzehr das Zahnfleisch verletzen können. Daher ist es wichtig, Maß zu halten. Menschen mit empfindlichem Zahnschmelz sollten besonders vorsichtig sein – die harten Kerne können die Zähne beschädigen, und der saure Saft kann die Situation noch verschlimmern. Bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sollte der Verzehr von Granatapfelkernen eingeschränkt werden, da sie Schübe auslösen können. Außerdem können Granatapfelkerne die Wirkung bestimmter Medikamente verstärken, beispielsweise von Antikoagulanzien.

Verzehr

Das Fruchtfleisch des Granatapfels haftet fest an den Kernen, weshalb die meisten Menschen daran gewöhnt sind, die Kerne mitzueessen und sie zu zerkauen. Um mögliche Beschwerden zu verringern, kann man die Kerne gründlich zerkauen oder Granatapfelsaft und Samenpulver in Smoothies verwenden.

Grapefruit Fast jeder kennt die gesundheitsfördernden Eigenschaften dieser Zitrusfrucht, doch nur wenige bemerken, welche Bedeutung die Grapefruitsamen haben – wir spucken sie fast immer aus und werfen sie weg. Sie mögen bitter und zu groß erscheinen, weshalb es unangenehm ist, sie zu essen, doch sie bringen einen erheblichen Nutzen.

Zusammensetzung

Der Physiker Jakow ARICH war der Erste, der auf die heilenden Eigenschaften von Grapefruitsamen aufmerksam wurde und deren antiseptische Wirkung erkannte. Der Hauptwert der Samen liegt in den Bioflavonoiden, pflanzlichen Antioxidantien, die das Immunsystem stärken. Der Extrakt aus diesen Kernen hat ein breites Wirkungsspektrum: Er wird als Antiseptikum, als Konservierungsmittel für Kosmetika (zum Beispiel bei der Herstellung von Cremes zu Hause) sowie zur Vorbeugung von viralen, bakteriellen und pilzbedingten Erkrankungen eingesetzt. Nehmen Sie den Extrakt unbedingt mit auf Reisen – er wird sich als nützlich erweisen. Darüber hinaus enthalten Grapefruitsamen Vitamin P (Rutin), das die Kapillaren stärkt und die Durchlässigkeit der Gefäßwände verringert.

Vorsichtsmaßnahmen

Menschen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, insbesondere mit Magengeschwüren und Cholezystitis, sollten besser auf den Verzehr von Grapefruit verzichten. Es ist ebenfalls nicht ratsam, die Kerne im Ganzen zu schlucken – dies kann zu Reizungen und anderen unangenehmen Folgen für die Verdauung führen. Bei der Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Statine und Antiarrhythmika) können Grapefruitsaft un d-extrakte die Wirkung der Medikamente verstärken, daher ist vor der Anwendung eine ärztliche Beratung erforderlich.

Wie man sie am besten verzehrt

Man kann die Kerne kauen, doch den größten Nutzen bringt ein Grapefruitkernextrakt, der in der Apotheke leicht erhältlich ist. Vor der Anwendung wird jedoch empfohlen, einen Arzt zu konsultieren. Für den Hausgebrauch können die Extrakte in Kosmetikmasken und Balsame gegeben werden.

Weintrauben Viele entscheiden sich für die Sorte Kischmisch nur deshalb, weil sie keine Kerne enthält. Sollte man die knackigen Beeren mit ihrer leichten Bitterkeit und Herbheit wirklich so einseitig beurteilen?

Zusammensetzung

Untersuchungen am Research Institute of Physicochemical Medicine haben gezeigt, dass die Schale und die Kerne von Weintrauben Phytoöstrogene enthalten – natürliche Analoga weiblicher Hormone, die Frauen über 40 dabei helfen, Arteriosklerose zu vermeiden. Außerdem verhindern diese Substanzen die Anreicherung von Cholesterin im Blut. Darüber hinaus enthalten Traubenkerne Resveratrol – ein Antioxidans, das Entzündungen hemmt und die Gefäßfunktion verbessert.

Empfehlungen

Der Verzehr von Weintrauben mit Kernen ist an sich unbedenklich. Bei der Einnahme von Traubenkernextrakt können jedoch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten: Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und trockene Haut. Schwangeren Frauen und Kindern wird empfohlen, vor der Einnahme von Extrakten einen Arzt zu konsultieren.

Verzehr

Das Nationale Zentrum für Komplementär- und Alternativmedizin empfiehlt, die Kerne gründlich zu zerkauen, um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. Man kann auch einen Extrakt einnehmen, jedoch nur nach Rücksprache mit einem Facharzt. Die Kerne können in zerkleinerter Form in Joghurt und Salate gegeben werden, um den Geschmack zu mildern und die Verdaulichkeit zu verbessern.

Avocado Diese exotische Frucht gewinnt in Russland allmählich an Beliebtheit und ist längst nichts Ungewöhnliches mehr. Die Avocado überrascht mit ihrem hellgrünen Fruchtfleisch mit gelblichen Nuancen und einem großen, runden Kern, der zwar nicht gekaut werden kann, aber ebenfalls wertvolle Inhaltsstoffe enthält. In Mexiko wird die Avocado als Aphrodisiakum mit anregender Wirkung geschätzt.

Zusammensetzung

Wissenschaftler der Nationaluniversität Singapur haben herausgefunden, dass Avocadokerne eine hohe antioxidative Wirkung haben – in ihnen sind bis zu 70 % der Antioxidantien konzentriert, während das Fruchtfleisch nur etwa 30 % enthält. Die Kerne enthalten außerdem Phosphor und Kalium: Ersteres sorgt für gesunde Knochen und ein gesundes Nervensystem, Letzteres unterstützt die Herzfunktion. Darüber hinaus enthalten die Kerne lösliche Ballaststoffe und Polyphenole, die zur Normalisierung des Blutzuckerspiegels beitragen.

Einschränkungen

Avocados sind recht kalorienreich (223 kcal pro 100 g) und enthalten einen hohen Fettanteil (20–30 %), weshalb Menschen mit Übergewicht oder solche, die abnehmen möchten, sie mit Vorsicht genießen sollten. Nach Angaben des World Avocado Congress von 2007 enthält der Kern Tannine, die bei übermäßigem Verzehr toxisch wirken können. Um diese unschädlich zu machen, wird empfohlen, den Kern zuvor auszukochen. Darüber hinaus sollten Menschen mit einer Avocado-Allergie den Verzehr von Kernen und Extrakten daraus vermeiden.

Verzehrweise

Um den Avocadokern zu verwenden, ist etwas Aufwand erforderlich: Trennen Sie ihn vom Fruchtfleisch, legen Sie ihn oben und unten in eine Plastiktüte, wickeln Sie ihn dann in ein altes Handtuch ein und zerkleinern Sie ihn vorsichtig mit einem Hammer. Die so gewonnene, schalenlose Masse kann zu Gerichten hinzugefügt oder separat verzehrt werden. Aus den Kernen werden auch Aufgüsse und Pulver zur Zugabe in Getränke und Smoothies hergestellt, wobei zuvor sichergestellt werden muss, dass keine Kontraindikationen vorliegen.

Die Rolle von Ballaststoffen für die Aufrechterhaltung der Darmgesundheit

Um die Darmfunktion zu verbessern, sollten Sie ballaststoffreiche Lebensmittel in Ihren Speiseplan aufnehmen, insbesondere solche mit löslichen und unlöslichen Ballaststoffen. Lösliche Ballaststoffe, die in Haferflocken, Äpfeln und Karotten enthalten sind, bilden ein Gel, das die Verdauung verlangsamt und den Blutzuckerspiegel stabilisiert. Unlösliche Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Nüssen und Gemüse erhöhen das Stuhlvolumen und beschleunigen die Darmpassage, wodurch das Risiko von Verstopfung verringert wird.

Die Mikroorganismen im Darm vergären lösliche Ballaststoffe aktiv und produzieren kurzkettige Fettsäuren fettsäuren wie Butyrat. Diese Säuren dienen den Zellen der Schleimhaut als Nahrung und wirken entzündungshemmend. Ein Mangel an Ballaststoffen führt häufig zu einem Ungleichgewicht der Darmflora und einer Verschlechterung der Barrierefunktion des Darms.

Die optimale tägliche Ballaststoffzufuhr für Erwachsene beträgt 25–30 g. Um diese Menge zu erreichen, sollten Sie kleine Portionen verschiedener Obst- und Gemüsesorten sowie Vollkornprodukte in Ihre Ernährung integrieren. Eine plötzliche Erhöhung der Ballaststoffzufuhr kann zu Blähungen führen. Erhöhen Sie die Menge daher schrittweise und vergessen Sie nicht, ausreichend Wasser zu trinken, um die Passage der Nahrung durch den Darm zu erleichtern.

Ballaststoffart Hauptquellen Wirkung auf den Darm
Lösliche Ballaststoffe Haferflocken, Äpfel, Karotten, Hülsenfrüchte Bildet ein Gel, verlangsamt die Verdauung, nährt die Darmflora
Unlöslich Vollkornprodukte, Nüsse, grünes Gemüse Erhöht das Stuhlvolumen, regt die Darmperistaltik an

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"