Welt-Adipositas-Tag: Expertenmeinung

Der 11. Oktober ist Welt-Adipositas-Tag. Diese Krankheit beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich und dient als Ursache oder Begleitfaktor bei der Entwicklung vieler chronischer Pathologien. Über die Ursachen von Fettleibigkeit und effektive Wege über die Überwindung erzählte Elena Demina, Kandidatin der medizinischen Wissenschaften, Endokrinologin der Abteilung für Endokrinologie des Russischen Kinderkrankenhauses der nach ihr benannten Russischen Nationalen Medizinischen Forschungsuniversität. N. I. Pirogov vom russischen Gesundheitsministerium.
Inhalt des Artikels:
- Was verursacht Fettleibigkeit und gibt es eine erbliche Tendenz dazu?
- Welche Komplikationen entstehen durch Fettleibigkeit?
- Monodiäten, Flüssigdiäten und bariatrische Chirurgie – Vorteile oder
- Wie sind die Behandlungs- und Genesungsaussichten?
- Zusätzliche Empfehlungen zur Adipositasprävention
- Die Rolle der ärztlichen Überwachung und Unterstützung
- Psychologische Unterstützung als zentraler Bestandteil der Therapie
- Psychologische und soziale Faktoren von Fettleibigkeit
Was verursacht Fettleibigkeit und gibt es eine erbliche Veranlagung dazu?
Fettleibigkeit ist eine Kombination sowohl erblicher als auch erworbener Erkrankungen, die mit einer übermäßigen Fettansammlung im Körper einhergehen. Als häufigste Form gilt die konstitutionelle exogene Adipositas (sog. primäre Adipositas), die durch den übermäßigen Energieverbrauch aufgrund genetischer Veranlagung und geringer körperlicher Aktivität verursacht wird. Diese Krankheit hat eine erbliche Komponente, ihre Schwere und Wahrscheinlichkeit ihrer Entwicklung wird jedoch von vielen externen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören Familiengewohnheiten zu viel essen , übermäßiger Kontakt mit Junk-Food-Werbung, Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung und die Angewohnheit, bei Stress beruhigende Lebensmittel zu sich zu nehmen. In seltenen Fällen monogener und syndromaler Adipositas spielt die Genetik eine Schlüsselrolle.
Fettleibigkeit ist durch übermäßige Fettablagerungen gekennzeichnet, einschließlich der Ansammlung um innere Organe, was sich negativ auf deren Funktion auswirkt. Besonders besorgniserregend sind die steigenden Fettleibigkeitsraten bei Kindern: In einigen Ländern ist jedes dritte Kind übergewichtig oder fettleibig, wobei 75 % dieser Kinder das Problem bis ins Erwachsenenalter anhalten und verschlimmern.
Welche Komplikationen entstehen durch Fettleibigkeit?
Übergewicht und Fettleibigkeit können zu schwerwiegenden Komplikationen führen:
- Erhöhtes Risiko für Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit;
- Negative Auswirkungen auf das Fortpflanzungssystem;
- Schwächung der Atemfunktion, was zu häufigen Erkältungen führt; in schweren Fällen entwickelt sich ein Schlafapnoe-Syndrom, das möglicherweise lebensbedrohlich ist;
- Probleme des Bewegungsapparates durch zusätzliche Belastung der Gelenke und der Wirbelsäule;
- Entwicklung von Erkrankungen der Leber (Fetthepatose) und der Gallenwege (Cholezystitis, Cholelithiasis).
Bei Kindern führt Fettleibigkeit häufig zu einem Rückgang des Selbstwertgefühls, was zu depressiven Störungen führen kann.
Monodiäten, Flüssigdiäten und bariatrische Chirurgie – Nutzen oder Schaden?
Bisher beschränkten sich die therapeutischen Möglichkeiten von Kinderärzten und pädiatrischen Endokrinologen auf eine Diättherapie und mäßige körperliche Aktivität, die oft nur kurzfristige und unbedeutende Auswirkungen hatten Gewichtsverlust
derzeit beliebte Monorationen (wenn nur eine Produktart konsumiert wird) und Flüssigkeit Diäten sorgen nicht für eine ausgewogene Nährstoffversorgung und können auf Dauer gesundheitsschädlich sein, daher sind sie für Kinder grundsätzlich nicht zu empfehlen.
Gemäß den modernen klinischen Empfehlungen zur Behandlung von Übergewicht und Adipositas wird einer normokalorischen, ausgewogenen und altersgerechten Ernährung der Vorzug gegeben. Es umfasst die erforderliche Menge an Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen und Mikroelementen und berücksichtigt auch die individuellen Geschmackspräferenzen des Patienten.
Bei schweren Formen der Fettleibigkeit und wenn konservative Methoden wirkungslos sind, kann eine bariatrische Operation in Betracht gezogen werden, bei der das Magenvolumen reduziert wird. Diese Methode, die mit dem Aufkommen minimalinvasiver laparoskopischer Operationen entwickelt wurde, wird bei Kindern nur dann angewendet, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind: Alter, Pubertät (Schließung der Wachstumsfugen), Body-Mass-Index (BMI) über 35 kg/m& sup2; bei schweren Komplikationen oder einem BMI über 40 kg/m& sup2; unabhängig von Komplikationen. Eine wichtige Voraussetzung ist das Fehlen psychiatrischer Erkrankungen und Störungen.
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Wie sind die Behandlungs- und Genesungsaussichten?
Es sollte klar sein, dass Fettleibigkeit bei Kindern eine chronische Krankheit ist, die im Erwachsenenalter schwerwiegende Folgen hat. Das Risiko, an Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken, steigt deutlich. Bei 60 % der übergewichtigen Kinder wird ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom festgestellt und es kann zu einer Fettleberdegeneration kommen. Es treten auch psychische Schwierigkeiten auf.
Internationale Behandlungsstandards erfordern einen umfassenden Ansatz: Anpassung des Essverhaltens, Steigerung der körperlichen Aktivität und Anwendung verhaltenstherapeutischer Techniken mit Unterstützung eines Psychologen. Die Einbeziehung der Familie ist ebenso wichtig; ohne deren Unterstützung ist jede Behandlung wirkungslos. Sollten konservative Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, werden medikamentöse oder operative Eingriffe in Betracht gezogen.
Die Prognose hängt vom Schweregrad der Komplikationen ab. Eine Gewichtsreduktion von mindestens 10 % senkt das Diabetesrisiko um 30–40 %. Gewichtsmanagement entlastet das Herz-Kreislauf-System und beugt Bluthochdruck und degenerativen Gelenkerkrankungen vor. Die besten Ergebnisse werden im Frühstadium der Erkrankung bei strikter Einhaltung der ärztlichen Empfehlungen erzielt.
Zusätzliche Empfehlungen zur Adipositasprävention
Um Übergewicht vorzubeugen, ist es wichtig, sowohl zu Hause als auch in Bildungseinrichtungen ein gesundes Umfeld zu schaffen. Eltern sollten nicht nur auf die Ernährung ihres Kindes, sondern auch auf den Lebensstil der gesamten Familie achten. Gemeinsame Bewegung, Begrenzung der Bildschirmzeit und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind wirksame Maßnahmen. Die frühzeitige Einführung von körperlicher Aktivität, angepasst an Alter und Interessen des Kindes, ist besonders wichtig, da sie die Entwicklung einer dauerhaften Motivation für einen aktiven Lebensstil fördert.
Darüber hinaus ist die Überwachung des Schlafrhythmus wichtig: Schlafmangel ode r-störungen stehen in direktem Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht.
Die Rolle der medizinischen Überwachung und Unterstützung
Die Rolle der ärztlichen Überwachung und Unterstützung
Moderne Überwachungsmethoden, wie die Nutzung von mobilen Apps und Aktivitätstrackern, können die Motivation der Patienten steigern und den Ärzten Feedback liefern.
Psychologische Unterstützung als Schlüsselelement der Therapie
Psychologische Unterstützung als zentraler Bestandteil der Therapie
Psychologische und soziale Faktoren von Übergewicht
Psychologische und soziale Faktoren von Fettleibigkeit
Achten Sie auf die Qualität Ihrer sozialen Kontakte. Die Unterstützung durch Familie und Freunde beeinflusst Ihre Motivation für einen gesunden Lebensstil. Menschen, die sozial isoliert sind, neigen eher zu übermäßigem Essen und Bewegungsmangel. Regelmäßige soziale Kontakte und die Teilnahme an Selbsthilfegruppen fördern gesunde Gewohnheiten und stärken die Stressresistenz Entwickeln Sie Achtsamkeit beim Essen. Oft essen wir unbewusst, ohne die Menge und Qualität der Nahrung zu kontrollieren. Achtsames Essen hilft Ihnen, Hunger- und Sättigungssignale wahrzunehmen und so das Risiko von Überessen zu verringern. Nutzen Sie Techniken für achtsames Essen, wie z. B. langsames Kauen und das Vermeiden von Ablenkungen berücksichtigen Sie den Einfluss von Selbstwertgefühl und Körperbild. Ein geringes Selbstwertgefühl kann negative Essgewohnheiten und Bewegungsmangel begünstigen. Arbeiten Sie an einem positiven Selbstbild durch psychologische Unterstützung und professionelle Beratung.
Welttag der Adipositas: Die Meinung eines Experten






